Nein, es ist nicht mehr schön. Wirklich nicht. Es ist traurig, bitter, tragisch.
Wir waren so sicher, dass es aufwärts geht mit der Alemannia. Die gute Leistung gegen Cottbus.
Zwei Wochen Zeit für unseren neuen Trainer mit der Mannschaft zu arbeiten. Ein Gegner, der zwar
5 Siege in Folge eingefahren hatte, dabei aber fußballerisch keineswegs immer überzeugte. Wir
hatten uns auf dieses Spiel gefreut, auch wenn diesmal kein einziger von uns im Stadion dabei
sein konnte.
Dass bei der Mannschaft auch heute Einsatz und Moral stimmten, dass man auf Augenhöhe mit einem
Aufstiegsaspiranten war, ist diesmal nur ein schwacher Trost. Leidenschaft und Kampfgeist
stimmten, vieles wirkte aber verkrampft. Und spielerisch fehlten einfach die Mittel, um die
stabile Abwehr der Bielefelder zu knacken. Kein einziger Akteur strahlte heute, da Auer einen
schlechten Tag hatte, Torgefahr aus. Das Tor des Tages fiel nach einem missglückten Abschlag
von Stuckmann direkt vor die Füße des Gegners in der 33. Minute. Die einzige echte Chance zum
Ausgleich vergab Junglas Mitte der 2. Halbzeit kläglich.
Tja, die Alemannia im freien Fall? Der Saisonverlauf jedenfalls ist katastrophal.
Kein „Neue-Spieler-Effekt“ - im Gegenteil.
Burkhardt beispielsweise. Gewinnt heute sagenhafte 86% aller Zweikämpfe. Gebracht hat es nicht
wirklich etwas. Oder Gueye, der sich immer wieder in den gegnerischen Reihen festrennt. Was hat
der noch gekostet? Der viel gescholtene Milchraum war nach seiner Einwechslung heute sehr viel
gefährlicher.
Kein „Neues-Stadion-Effekt“ - im Gegenteil.
Wir müssen es noch einmal loswerden. Voller Sehnsucht denken wir an den alten Tivoli. Die
einzigartige Atmosphäre. Der Blick ins Stadion beim „You’ll Never Walk Alone“ vor dem Spiel.
Schwarz-gelb. Überall. Von den Schals der Fans, den Fahnen wohlgemerkt. Nicht leere gelbe
Sitzschalen.
Kein „Neuer-Trainer-Effekt“.
Ja, Michael Krüger kann einem fast leid tun. Sein Einstand bei der Alemannia ist mit 2
Unentschieden und 2 Niederlagen in bisher 4 Pflichtspielen gründlich in die Hose gegangen.
Trotzdem trauen wir ihm zu, die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Aber auch das tröstet
im Moment nur wenig.

