Das Stadion
ist wirklich unglaublich schön. Fast zu schön. Und es stimmt, dass es in der Bundesliga - und vermutlich ganz Europa -
nichts vergleichbares gibt. Klar, an der Anblick der Luxus-Logen, bevölkert von Leuten, die für den Opernball passend
gekleidet sind, müssen wir uns noch gewöhnen. Auch kam bei einigen von uns etwas Heimweh nach der familiären, fast
heimeligen Atmosphäre des alten Tivoli auf. Im Grunde kamen wir uns fast vor, wie bei einem Auswärtsspiel. Aber wir
werden uns noch einleben. Ganz sicher.
Die Sicht auf das Spielfeld ist von der Südtribüne hervorragend, oben wie unten. Die Stufen sind wohl gewöhnungsbedürftig
eng, so dass man beim Rein- und Rausgehen leicht ins Stolpern gerät, und dazu noch unvermeidbar auf viele Füße trampelt.
Die Beschallungsanlage könnte besser ausgerichtet werden. Im oberen Bereich der Tribüne sind die Durchsagen fast nicht
zu verstehen (bis auf den unglaublichen „Aseag-Wechselspot“ natürlich). Die Gute-Laune-Moderatorin vom Lokalradio hatte
hoffentlich nur einen einmaligen Gastauftritt auf dem Tivoli. (Bitte!)
Die Organisation
funktionierte reibungslos. Das Einchecken und Bezahlen mit der Tivoli-Karte ging ohne Probleme vonstatten. Den Ordnern
und Sicherheitskräften war die Aufregung des ersten Einsatzes im neuen Stadion anzumerken. Sicher finden sie bald ihre
gewohnte, freundliche Souveränität wieder.
Die Stimmung der Fans
hat das Debakel auf dem Platz natürlich widergespiegelt. Entsprechend dem Spielverlauf wurde der Support ab dem Ende
der 2. Halbzeit praktisch eingestellt.
Unabhängig davon kommt das alte „Tivoli-Feeling“ nicht mehr auf, da die Gesänge jetzt nur noch von einer Tribünenseite
kommen. In den Sitzplatzbereichen wurde wenig bis gar nicht mitgezogen.
Aber in der neuen Süd steckt eine Menge Potential!
Gesänge und Schlachtrufe aus verschiedenen Ecken der Stehtribüne wurden von praktisch allen aufgenommen. In den ersten
20 Minuten des Spiels - und auch kurz vor dem Spiel - wurde es fast durchgehend richtig laut. Teilweise so laut, dass
es in den Ohren wehtat. Beeindruckend. (Wie muss sich dann erst ein Torjubel anhören?!)
Mit einer solchen Stimmung jedenfalls wird auch der neue Tivoli durch seine Fans zu etwas besonderem, wenn auch
vielleicht nicht ganz so besonders wie der alte es war.

























