
Der etwas andere Bericht zur Baustellenführung am 08.04.09
Wind und Wetter trotzend begannen wir unseren Ausflug mit der Ersteigung des Lousbergs, wo wir einen
grandiosen Ausblick auf das Gesamtbild des neuen Tivoli genießen konnten. Die Vorfreude auf die Baustellenführung
und die damit verbundene Aufregung erreichten bei allen fast grenzwertige Ausmaße. So fiel es uns leicht beim
Kauf der Tickets die „guten Seelen“ des Fanshops vollkommen zu verwirren. Wie viele Teilnehmer überhaupt? Wie
viele Mitglieder darunter? Wie viele Vollzahler? Wie viele Gutscheine? Das von uns verursachte Chaos war so groß,
dass nach der Führung Benny Auer persönlich vorbeikam, um die Verrückten aus der Eifel zu sehen, die das geregelte
Geschäftsleben im Fanshop dermaßen in Unordnung zu bringen vermochten.
Die Führung selbst war bestens organisiert. Die Alemannia hatte es eigens so eingerichtet, dass es nur vor und
nach der Führung regnete, was wir sehr zu schätzen wussten. Nachdem wir zunächst zum 9.999ten Male den Stadionfilm
angeschaut hatten, ging es auf den Würselener Wall im alten Tivoli. Wehmut und orkanartige Windböen trieben uns dort
die Tränen in die Augen. Severin, unser Guide, beruhigte uns aber mit der Aussage, dass der alte Tivoli später
in Einzelteilen an die Fans versteigert würde, und somit nie in Vergessenheit geraten könne. Zu unserer großen
Erleichterung ist auch die Videowand noch zu haben, was wir aber niemandem verraten werden. Die alte Flutlichtanlage
übrigens, wird an einen armen Amateurverein verschenktkauft.
Nun machte man sich auf den Weg zur Baustelle. Dabei passierten wir den Ort, an dem später das Gebäude für die
Geschäftsstelle stehen wird. Bis zur Fertigstellung hat man dort einen großen Berg aufgeschüttet, so dass die
Geschäftsführung sich mit dem Bauen von Sandschlössern die Zeit vertreiben kann. Endlich erreichten wir das
Stadion und betraten den Fan-Wall, unsere zukünftige Wirkungsstätte. Was für ein beeindruckender Anblick! Ja es
stimmt: „Steil und eng“. Wir bekommen wirklich ein ganz einzigartiges Stadion. Aus der Fülle von Informationen,
die uns mitgeteilt wurden, wollen wir an dieser Stelle nur einige wenige weitergeben. Gastfreundschaft wird am
neuen Tivoli großgeschrieben. So werden die Gästefans vollkommen von den eigenen Anhängern und der Außenwelt
abgeschottet. Man kann diese also während des Spiels sorglos auslachen, auspfeifen, verhöhnen oder beschimpfen,
ganz nach Lust und Laune. Gerne hat man von Seiten der Alemannia in Kauf genommen, dass aus dem Gästeblock durch
die vorgelagerten Logen nicht von jedem Platz das gesamte Spielfeld einsehbar ist. Aus Kostengründen verzichten
musste man jedoch auf einen Mechanismus, mit dem je nach Spielverlauf die Logen schubladenartig ins Stadioninnere
hinein ausgefahren werden können, um die Sicht der Gäste weiter einzuschränken. Auch für das Wohl unserer Mannschaft
ist bestens gesorgt. So hat man mit ca. 140 qm in den Umkleidekabinen doppelt so viel Platz, wie die Gastmannschaft.
Wo genau sich die Duschen für die Gastspieler befinden werden, oder ob überhaupt welche vorgesehen sind, konnte unser
Guide leider nicht sagen. Abschließend vielleicht noch die Anmerkung, dass die Abgrenzungswände zwischen den einzelnen
Blöcken auf dem Wall zwecks leichter Überwindbarkeit nur etwa 1,10 m hoch werden. Ach so, auch um die Sicherheit
der Zuschauer hat man sich gesorgt. So befindet sich der riesige Luftschutzbunker, wie es sich zur guten
Erreichbarkeit gehört, in unmittelbarer Nähe der Behindertentoiletten.
Fazit: Die Baustellenführung ist ein einzigartiges Erlebnis und ein Muss für alle Freunde und Anhänger der
Alemannia. Vielen Dank!
Bilder von der Führung:
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